The Making of „Schatten des Lichts“ Video

Eins vorneweg: Das Video ist nicht das, was wir uns vorgestellt hatten; es ist viel mehr. Und der Aufwand dafür war auch nicht das, was wir uns vorgestellt hatten; es war viel mehr!

Wir, Laien, mit einer Laienkamera, Laiendarstellern, einem Laienbudget und einem laienhaften Plan zogen los und stürzten uns ins Abenteuer.

Unterstützung holten wir uns mit Thomas Singer für die Kameraführung. Urs Schneider setzten wir hinter das Schlagzeug und zwei Tage vor dem Dreh kamen wir auf die gute Idee, statt uns selbst zu bepinseln, Maria Geluso Lorusso dafür anzufragen.

Der erste Drehtag war gleich der härteste. Mehr als 12 Stunden waren wir dran und am Abend so fertig, als hätten wir wochenlang unter Tage geschuftet. Naja, das Set war im Keller, somit stimmt die Analogie. Trotz vermeintlich bester Vorbereitung mussten wir allerdings Wochen später nochmals zurück in den Keller, dort das ganze Set nochmal aufbauen und das für lausige 10 Sekunden Filmmaterial – wir hatten eine gesamte Flötenszene vergessen.

Der zweite Drehtag mit den Künstlern Conny K. Wepfer, Oliver Köster und Jeroen van de Vlag war dafür überraschend einfach. Nichts brauchte im Takt sein; die Künstler waren gut, konnten einfach drauf loslegen und wir drauflos filmen. Dachten wir.

Dass das mit dem Filmen nicht ganz stimmte, merkten wir selbstverständlich erst, als wir später die ersten Szenen versuchshalber ins Video reinschneiden wollten. Es war viel schwieriger, passende Szenen zu finden als angenommen. Immerhin half und dieses Wissen am Drehtag mit der Tänzerin und so liessen wir die arme Denise Herren stundenlang tanzen.

Der Zusammenschnitt aller Videoszenen war dann die nächste Herausforderung. Wie üblich lernten wir ‚on-the-go‘, wie man mit dem Videobearbeitungsprogramm umgeht und vor allem, was wir alles besser machen müssen beim nächsten Dreh. Bloss, unsere Ideen für das nächste Video unterscheiden sich so stark von dem, was wir jetzt gemacht haben. Da fangen wir wahrscheinlich wieder bei keine-Ahnung-haben an.

Und dann noch der Triangel


Man glaubt es kaum, aber es war kein Problem, ein echtes Harmonium aufzutreiben für den Dreh. Der Triangel allerdings trieb uns fast in den Wahnsinn. Wir bekamen zwar im Nu einen von der Kindergärtnerin zur Verfügung gestellt. Die damit gedrehten Szenen waren schlussendlich aber unbrauchbar. Bevor wir dies allerdings merkten, war der Triangel schon wieder weg – auch aus unserem Gedächtnis.

Wenige Stunden vor der Videosession für das Intro machte es „Ping“ und der Triangel fiel uns wieder ein. Die Jagd begann. Auf zu einem Arbeitskollegen, der dann zwar ein unglaubliches Sortiment an exotischen Instrumenten präsentierte, aber keinen simplen Triangel fand, von denen er drei zu haben glaubte. Also rein in das nächste Musikgeschäft, wo sich zwischen E-Gitarren und Verstärkertürmen keine Triangel finden liess. Mit hängendem Kopf und einem Schmunzeln der Verkäufer im Rücken fuhren wir dann halt ohne Triangel zum Set. War dann nicht das Schlimmste, bemerkten wir doch bei unserer Ankunft, dass wir auch ohne Kamera dastanden. Und so sind schlussendlich einige Szenen  mit dem Telefon gedreht worden…


Wir schafften es einige Wochen später tatsächlich nochmal, einen Triangel aufzutreiben, den Vera dann auch weitere Wochen in ihrer Tasche mit sich rumtrug. Wer aber das Video aufmerksam geschaut hat: Ins Video geschafft hat er es nie!